Jewels of the past, Pittyvaich, 12 Jahre, James Macarthurs, 54%


Heute probieren wir einmal wieder ein Juwel aus vergangenen Zeiten. Das heißt nicht, dass es zu der Zeit schon eine ganz spezielle Abfüllung war. Nein, es sind manchmal auch Abfüllungen, die damals ganz normal im Supermarkt oder im gut selektierten Whiskyladen zu finden waren. Nicht selten waren diese Abfüllungen einfach sehr gut, nur gab es eben damals noch andere Produktionsverfahren und Qualitätsmaßstäbe und vor allem - keinen Whiskyhype. Manche Destillen umgibt heute ein Mythos, den es zu der damaligen Zeit gar nicht gab. Nicht selten auch berechtigt. Nur weil eine Brennerei heute geschlossen ist, heißt es nicht, dass der Whisky damals spitze war. Es sind einfach heute (leider) nur Sammler die den Preis setzen.

Ob das auch bei der Abfüllung der Fall ist werden wir prüfen. Die Brennerei Pittyvaich wurde 1975 von Arthur Bells rein aus kommerziellen Zwecken erbaut um die Anforderungen für die Blends des Hauses zu erfüllen. Pittyvaich schloss 1993 und wurde 2002 abgerissen. Pittyvaich wird eine estrige Note nachgesagt. Die Brennerei stand gleich ums Eck der Dufftown Distillery.

Ein Jewel of the past - Pittyvaich

Nase:
Der Malt beginnt mit deutlich Malznote. Dazu ein Schuss Alkohol und leichte Säure. Relativ alkoholisch entwickelt sich der Geruch weiter und die Malznote tritt etwas zurück. Ein Hauch nussiges, estriges Aroma findet sich nun in der Nase wieder. Nicht zu voluminös, eher verhalten, malzig, frisch. Ein Schuss Vanille macht sich im Laufe der Zeit etwas stärker breit, dominiert aber nicht den Geruchseindruck.
Gibt man Wasser hinzu entwickelt sich eine leicht florale und blumige Note. Malz und Vanille sind weiterhin von der Partie, aber die fruchtige Note wird spürbar stärker.

Geschmack:

Die Fruchtaromen finden sich zu Beginn deutlicher im Geschmack wieder, bevor diese von malzig-vanilligen Tönen verdrängt werden. Der Geschmackseindruck ist sehr rund und cremig. Der Körper ist voll und die Komplexität mittel.
Mit Wasser öffnet sich der Malt, wird aber auch schärfer. Auch im Geschmack wird die fruchtige Note deutlicher. Birnen, Obstlernoten werden von einer leicht kräuterartigen Aromatik begleitet.

Abgang:

Der Abgang ist malzig, weich mit einem Schuss Vanille und einem Hauch leichter Taninnoten, die auf etwas ältere Fässer schließen lassen.
Mit Wasser verändert sich der Abgang nicht wirklich.

Fazit:
Geruchlich eine runde Kombination aus Vanille, Malz, Säure und Frucht. Ein Mainstream-Geruch.
Geschmacklich bietet dieser Malt eine runde Speyside-Charakteristik aus der "alten" Zeit. Malzig, fruchtig mit Vanillebasis, ohne aber von jungem Holz (und Vanille) erschlagen zu sein, oder zu spritig aufzutreten. Eine runde Sache. Sicherlich nicht top of the range-Geschmack aber solide, satt und schön. Vom Profil her sehr gut an die Bells Range angepasst.

Gelegenheit zu Trinken:

Mit Ruhe einfach so.

(6,5-7)

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